Tacitus: II 7 Drususaltar
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Sed Caesar, dum adiguntur naves, Silium legatum cum expedita manu inruptionem in Chattos facere iubet; ipse, audito castellum
Lupiae
flumini adpositum obsideri, sex legiones eo duxit. neque Silio ob subitos imbres aliud actum quam ut modicam praedam et Arpi principis Chattorum coniugem filiamque raperet, neque Caesari copiam pugnae obsessores fecere, ad famam adventus eius dilapsi. tumulum tamen nuper Varianis legionibus structum et
veterem aram Druso sitam
disiecerant. restituit aram honorique patris princeps ipse cum legionibus decucurrit; tumulum iterare haud visum. et cuncta inter castellum
Alisonem
ac Rhenum novis limitibus aggeribusque permunita.
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Während nun die Schiffe zusammengezogen wurden, ließ der Caesar den Legaten Silius mit einer leichtbewaffneten Truppe einen Einfall in das Chattenland machen; er selbst führte auf die Nachricht, ein an der Lippe angelegtes Kastell werde belagert, sechs Legionen dorthin. Doch konnte weder Silius wegen plötzlicher Regengüsse etwas anderes ausrichten, als ein wenig Beute zu machen und des Chattenfürsten Arpus Frau und Tochter zu entführen, noch gaben dem Caesar die Belagerer Gelegenheit zum Kampf, da sie
auf die Kunde von seinem Anrücken auseinandergelaufen waren. Sie hatten jedoch den kürzlich für die Legionen des Varus errichteten Grabhügel und einen
alten, für Drusus erbauten Altar
zerstört. Germanicus stellte den Altar wieder her und führte zu Ehren des Vaters persönlich an der Spitze der Legionen eine feierliche Parade an; den Grabhügel zu erneuern schien nicht zweckmäßig. Schließlich wurde das ganze Gebiet zwischen dem Kastell Aliso und dem Rhein durch neue Heerstraßen und Dammwege erschlossen und gesichert.
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Tacitus, Cornelius: Annalen lat. u. dt. / P. Cornelius Tacitus. Hrsg. von Erich Heller. - München; Zürich: Artemis Verlag 1982 (Sammlung Tusculum). Einheitssacht.: Annales. ISBN 3-7608-1645-2 NE: Heller, Erich [Hrsg.]
Im Jahre 16 n. Chr., kurz vor der Schlacht bei Idistaviso, besuchte Germanicus wie im Jahr zuvor den Ort der Varusschlacht. Er hatte die Gefallenen in Grabhügeln bestatten lassen. Die Textstelle belegt, dass
Teutoburgiensis Saltus
, der alte
Drususaltar
und das Kastell
Aliso
nicht weit von einander entfernt waren.