Die Schlachten bei Arbalo, Teutoburgiensis Saltus, Campus Idistaviso und der Hildesheimer Silberfund

Tacitus : Die Schlacht auf dem Idistavisischen Felde (Annales II 12)

[la] Caesar transgressus Visurgim  indicio perfugae cognoscit delectum ab Arminio locum pugnae; convenisse et alias nationes in silvam Herculi sacram  ausurosque nocturnam castrorum oppugnationem. habita indici fides et cernebantur ignes, suggressique propius speculatores audiri fremitum equorum inmensique et inconditi agminis murmur attulere. igitur propinquo summae rei discrimine explorandos militum animos ratus, quonam id modo incorruptum foret secum agitabat. tribunos et centuriones laeta saepius quam comperta nuntiare, libertorum servilia ingenia, amicis inesse adulationem; si contio vocetur, illic quoque quae pauci incipiant reliquos adstrepere. penitus noscendas mentes, cum secreti et incustoditi inter militaris cibos spem aut metum proferrent. Der Caesar erfuhr nach Überschreiten der Weser 1 aus dem Bericht eines Überläufers, dass Arminius ein Schlachtfeld ausgewählt habe, dass auch andere Stämme in einen dem Hercules heiligen Hain 2  zusammengekommen seien und einen nächtlichen Angriff auf das Lager wagen würden. Man vertraute dem Bericht, zumal Feuer gesichtet wurden und Kundschafter, die sich näher angeschlichen hatten, meldeten, das Wiehern von Pferden und das Gemurmel eines gewaltigen, ungeordneten Heerhaufens gehört zu haben. Weil er meinte, für die anstehende wichtige Entscheidung den Mut seiner Soldaten erforschen zu müssen, überlegte er bei sich, wie er das unverfälscht erreichen könne: Die Tribunen und Hauptleute würden öfter das Erfreuliche als das Erfahrene melden, die Freigelassenen hätten einen Untertanengeist und die Freunde neigten zur Schmeichelei. Wenn eine Versammlung einberufen würde, würden auch dort wenige etwas beginnen und die übrigen es nachbrüllen. Ihre innersten Gesinnungen wären zu erkunden, während sie geheim und unbeobachtet beim gemeinsamen Essensausgabe ihre Hoffnung und Furcht äußerten.

Tacitus Cornelius: Annalen: lat. u. dt. / P. Cornelius Tacitus. Hrsg. von Erich Heller. - München; Zürich: Artemis Verlag 1982 (Sammlung Tusculum); Einheitssacht.: Annales; ISBN 3-7608-1645-2 NE: Heller, Erich [Hrsg.]


1Germanicus befand sich also östlich der Weser.

2 Hercules, der als Waffe eine Keule trug, wurde entweder mit dem einen Hammer als Waffe tragenden Donar oder mit Wotan gleichgesetzt, siehe Kapitel über den Herkuleshain.