Die Schlachten bei Arbalo, Teutoburgiensis Saltus, Campus Idistaviso und der Hildesheimer Silberfund

Cassius Dio  LVI 18 ff. zur Varusschlacht

18 [grc] ἄρτι τε ταῦτα ἐδέδοκτο, καὶ ἀγγελία δεινὴ ἐκ τῆς Γερμανίας ἐλθοῦσα ἐκώλυσέ σφας διεορτάσαι. ἐν γὰρ τῷ αὐτῷ ἐκείνῳ χρόνῳ καὶ ἐν τῇ Κελτικῇ τάδε συνηνέχθη. εἶχόν τινα οἱ Ῥωμαῖοι αὐτῆς, οὐκ ἀθρόα ἀλλ´ ὥς που καὶ ἔτυχε χειρωθέντα, διὸ οὐδὲ ἐς ἱστορίας μνήμην ἀφίκετο· καὶ στρατιῶταί τε αὐτῶν ἐκεῖ ἐχείμαζον καὶ πόλεις συνῳκίζοντο, ἔς τε τὸν κόσμον σφῶν οἱ βάρβαροι μετερρυθμίζοντο καὶ ἀγορὰς ἐνόμιζον συνόδους τε εἰρηνικὰς ἐποιοῦντο. οὐ μέντοι καὶ τῶν πατρίων ἠθῶν τῶν τε συμφύτων τρόπων καὶ τῆς αὐτονόμου διαίτης τῆς τε ἐκ τῶν ὅπλων ἐξουσίας ἐκλελησμένοι ἦσαν. καὶ διὰ τοῦτο, τέως μὲν κατὰ βραχὺ καὶ ὁδῷ τινι μετὰ φυλακῆς μετεμάνθανον αὐτά, οὔτε ἐβαρύνοντο τῇ τοῦ βίου μεταβολῇ καὶ ἐλάνθανόν σφας ἀλλοιούμενοι· ἐπεὶ δ´ ὁ Οὐᾶρος ὁ Κυιντίλιος τήν τε ἡγεμονίαν τῆς Γερμανίας λαβὼν καὶ τὰ παρ´ ἐκείνοις ἐκ τῆς ἀρχῆς διοικῶν ἔσπευσεν αὐτοὺς ἀθροώτερον μεταστῆσαι, καὶ τά τε ἄλλα ὡς καὶ δουλεύουσί σφισιν ἐπέταττε καὶ χρήματα ὡς καὶ παρ´ ὑπηκόων ἐσέπρασσεν, οὐκ ἠνέσχοντο, ἀλλ´ οἵ τε πρῶτοι τῆς πρόσθεν δυναστείας ἐφιέμενοι, καὶ τὰ πλήθη τὴν συνήθη κατάστασιν πρὸ τῆς ἀλλοφύλου δεσποτείας προτιμῶντες, ἐκ μὲν τοῦ φανεροῦ οὐκ ἀπέστησαν, πολλοὺς μὲν πρὸς τῷ Ῥήνῳ πολλοὺς δὲ καὶ ἐν τῇ σφετέρᾳ τῶν Ῥωμαίων ὁρῶντες ὄντας, δεξάμενοι δὲ τὸν Οὐᾶρον ὡς καὶ πάντα τὰ προστασσόμενά σφισι ποιήσοντες προήγαγον αὐτὸν πόρρω ἀπὸ τοῦ Ῥήνου ἔς τε τὴν Χερουσκίδα καὶ πρὸς τὸν Οὐίσουργον, κἀνταῦθα εἰρηνικώτατά τε καὶ φιλικώτατα διαγαγόντες πίστιν αὐτῷ παρέσχον ὡς καὶ ἄνευ στρατιωτῶν δουλεύειν δυνάμενοι. Kaum waren diese Beschlüsse verabschiedet, da hielten schlimme Nachrichten aus Germanien sie vom Feiern ab. Darüber, was in jener selben Zeit im Keltenlande 1 geschah, ist Folgendes berichtet worden. Die Römer besaßen Teile davon, aber nicht zusammenhängende, sondern zufällig unterworfene, so dass es nicht in die Geschichte eingegangen ist; Soldaten von ihnen überwinterten dort, Städte wurden gegründet; die Barbaren fügten sich in ihre Weltordnung ein, sie gewöhnten sich Märkte abzuhalten und tagten in friedlichen Versammlungen. Nicht jedoch vergaßen sie der väterlichen Sitten, der angeborenen Gesinnung, des unabhängigen Lebens und der Macht der Waffen. Darum wurden sie, so lange sie das allmählich und gewissermaßen unter Aufsicht verlernten, durch die geänderten Lebensverhältnisse nicht verärgert und bemerkten nicht, wie sie sich veränderten. Als dann aber Quintilius Varus 2  den Oberbefehl über Germanien erlangte und über die Herrschaft hinaus ihre Angelegenheiten verwaltete, trieb er sie an, sich auf vielerlei Weise zu ändern, und weil er außerdem ihnen wie Sklaven Befehle gab und von ihnen wie von Unterworfenen Abgaben forderte, wandten sie sich von ihm ab; aber obgleich die Fürsten nach ihrer vormaligen Machtstellung verlangten und das gemeine Volk die gewohnten Verhältnisse der Fremdherrschaft vorzog, begehrten sie nicht offen auf, weil sie sahen, dass viele Truppen der Römer beim Rheine und viele in ihrem Lande waren; sondern indem sie Varus so willkommen hießen, als wollten sie alles tun, was er befehlen würde, lockten sie ihn weit vom Rheine ins Cheruskerland und zur Weser , und dadurch, dass sie sich sehr friedlich und freundlich verhielten, flößten sie ihm Vertrauen ein, dass sie auch ohne Soldaten unterworfen werden könnten.
19 [grc] οὔτ´ οὖν τὰ στρατεύματα, ὥσπερ εἰκὸς ἦν ἐν πολεμίᾳ, συνεῖχε, καὶ ἀπ´ αὐτῶν συχνοὺς αἰτοῦσι τοῖς ἀδυνάτοις ὡς καὶ ἐπὶ φυλακῇ χωρίων τινῶν ἢ καὶ λῃστῶν συλλήψεσι παραπομπαῖς τέ τισι τῶν ἐπιτηδείων διέδωκεν. ἦσαν δὲ οἱ μάλιστα συνομόσαντες καὶ ἀρχηγοὶ τῆς τε ἐπιβουλῆς καὶ τοῦ πολέμου γενόμενοι ἄλλοι τε καὶ Ἀρμήνιος καὶ Σηγίμερος, συνόντες τε αὐτῷ ἀεὶ καὶ συνεστιώμενοι πολλάκις. θαρσοῦντος οὖν αὐτοῦ, καὶ μήτε τι δεινὸν προσδεχομένου, καὶ πᾶσι τοῖς τό τε γιγνόμενον ὑποτοποῦσι καὶ φυλάττεσθαί οἱ παραινοῦσιν οὐχ ὅπως ἀπιστοῦντος ἀλλὰ καὶ ἐπιτιμῶντος ὡς μάτην αὐτοῖς τε ταραττομένοις καὶ ἐκείνους διαβάλλουσιν, ἐπανίστανταί τινες πρῶτοι τῶν ἄπωθεν αὐτοῦ οἰκούντων ἐκ παρασκευῆς, ὅπως ἐπ´ αὐτοὺς ὁ Οὐᾶρος ὁρμήσας εὐαλωτότερός σφισιν ἐν τῇ πορείᾳ, ὡς καὶ διὰ φιλίας διιών, γένηται, μηδὲ ἐξαίφνης πάντων ἅμα πολεμωθέντων αὐτῷ φυλακήν τινα ἑαυτοῦ ποιήσηται. καὶ ἔσχεν οὕτως· προέπεμψάν τε γὰρ αὐτὸν ἐξορμῶντα, καὶ παρέμενοι ὡς καὶ τὰ συμμαχικὰ παρασκευάσοντες καὶ διὰ ταχέων οἱ προσβοηθήσοντες τάς τε δυνάμεις ἐν ἑτοίμῳ που οὔσας παρέλαβον, καὶ ἀποκτείναντες τοὺς παρὰ σφίσιν ἕκαστοι στρατιώτας, οὓς πρότερον ᾐτήκεσαν, ἐπῆλθον αὐτῷ ἐν ὕλαις ἤδη δυσεκβάτοις ὄντι. κἀνταῦθα ἅμα τε ἀνεφάνησαν πολέμιοι ἀνθ´ ὑπηκόων ὄντες, καὶ πολλὰ καὶ δεινὰ εἰργάσαντο. Folglich hielt er die Heeresabteilungen nicht, wie es in Feindesland zu erwarten gewesen wäre, zusammen, sondern teilte viele von ihnen den Machtlosen auf deren Bitten zu, sie möchten bestimmte Orte bewachen, Räuber verhaften oder Lebensmittellieferungen Geleitschutz geben. Es waren aber die Hauptverschwörer und Anführer des Anschlages und des Krieges neben anderen Arminius 3 und Segimeros geworden, die mit ihm immer zusammenwaren und oft tafelten. Als er daher Mut fasste, nichts Schlimmes befürchtete und allen denen, die das, was geschah, beargwöhnten und ihm rieten, wachsam zu sein, nicht nur keinen Glauben schenkte, sondern sie tadelte, dass sie unnötig beunruhigt wären und jene verleumdeten, erhoben sich als erste entfernt von ihm siedelnde Einwohner , damit Varus gegen sie vorrückte, so dass er von ihnen auf dem Marsche leichter zu bezwingen wäre, da er durch vermeintliches Freundesland zöge, und damit, wenn ihn alle plötzlich zugleich bekämpften, er sich nicht mit einer Schutztruppe einigelte. Und so geschah es; sie begleiteten ihn, als er ausrückte, verließen ihn, um angeblich Hilfstruppen aufzustellen und ihm bald zu Hilfe zu kommen, übernahmen die bereitstehenden Streitkräfte, schlachteten die ihnen jeweils zugeteilten Soldaten ab, die sie zuvor angefordert hatten, und stießen wieder zu ihm, als er sich schon in undurchdringlichen Wäldern befand. Da nun gaben sie sich auf ein Mal als Feinde statt als Unterworfene zu erkennen und bewirkten viel Grauenhaftes.
20 [grc] Τά τε γὰρ ὄρη καὶ φαραγγώδη καὶ ἀνώμαλα καὶ τὰ δένδρα καὶ πυκνὰ καὶ ὑπερμήκη ἦν, ὥστε τοὺς Ῥωμαίους, καὶ πρὶν τοὺς πολεμίους σφίσι προσπεσεῖν, ἐκεῖνά τε τέμνοντας καὶ ὁδοποιοῦντας γεφυροῦντάς τε τὰ τούτου δεόμενα πονηθῆναι. Ἦγον δὲ καὶ ἁμάξας πολλὰς καὶ νωτοφόρα πολλὰ ὡς ἐν εἰρήνῃ· παῖδές τε οὐκ ὀλίγοι καὶ γυναῖκες ἥ τε ἄλλη θεραπεία συχνὴ αὐτοῖς συνείπετο, ὥστε καὶ κατὰ τοῦτ' ἐσκεδασμένῃ τῇ ὁδοιπορίᾳ χρῆσθαι. Κἀν τούτῳ καὶ ὑετὸς καὶ ἄνεμος πολὺς ἐπιγενόμενοι ἔτι καὶ μᾶλλόν σφας διέσπειραν· τό τε ἔδαφος ὀλισθηρὸν περί τε ταῖς ῥίζαις καὶ περὶ τοῖς στελέχεσι γενόμενον σφαλερώτατα αὐτοὺς βαδίζειν ἐποίει, καὶ τὰ ἄκρα τῶν δένδρων καταθραυόμενα καὶ καταπίπτοντα διετάρασσεν. Ἐν τοιαύτῃ οὖν δή τινι ἀμηχανίᾳ τότε τῶν Ῥωμαίων ὄντων, οἱ βάρβαροι πανταχόθεν ἅμα αὐτοὺς ἐξαπιναίως δι' αὐτῶν τῶν λοχμωδεστάτων, ἅτε καὶ ἔμπειροι τῶν τριμμῶν ὄντες, περιεστοιχίσαντο, καὶ τὸ μὲν πρῶτον πόρρωθεν ἔβαλλον, ἔπειτα δέ, ὡς ἠμύνετο μὲν οὐδεὶς ἐτιτρώσκοντο δὲ πολλοί, ὁμόσε αὐτοῖς ἐχώρησαν· οἷα γὰρ οὔτε ἐν τάξει τινὶ ἀλλὰ ἀναμὶξ ταῖς τε ἁμάξαις καὶ τοῖς ἀόπλοις πορευόμενοι, οὔτε συστραφῆναί πῃ ῥᾳδίως δυνάμενοι, ἐλάττους τε καθ' ἑκάστους τῶν ἀεὶ προσμιγνύντων σφίσιν ὄντες, ἔπασχον μὲν πολλά, ἀντέδρων δὲ οὐδέν. Die Berge waren durch Schluchten getrennt und unregelmäßig, und die Bäume standen dicht und waren überhoch, so dass die Römer, schon bevor sich die Feinde auf sie stürzten, nur mit Mühe jene absägten, Wege bahnten und wo nötig Brücken schlugen. Sie führten viele Lastwagen und Lasttiere mit sich wie im Frieden; und nicht wenige Kinder und Frauen sowie eine Menge Knechte folgten ihnen, so dass sie von der auseinandergezogenen Marschordnung Gebrauch machten. Unterdessen aufgekommener Platzregen und Sturm zerstreute sie noch mehr; der Boden, der um die Wurzeln und Stämme schlüpfrig wurde, ließ sie nur sehr schwankend gehen, und die abbrechenden und herabfallenden Wipfel der Bäume stifteten Verwirrung. Als die Römer nun in solch einer verfahrenen Lage waren, wurden sie zugleich von allen Seiten unvermutet von den Barbaren aus dem dichtesten Buschwerk umzingelt, da die der Schleichwege kundig waren, und zuerst schossen sie nur aus der Ferne, dann aber, als sich niemand wehrte und viele verletzt wurden, rückten sie ihnen zu Leibe; wie sie (die Römer) nun ohne irgendeine Ordnung und durcheinander zwischen Lastwagen und Unbewaffneten marschierten und sich nicht leicht irgendwo zusammenschließen konnten, waren sie immer weniger als die, die sich ihnen näherten, und sie erlitten zwar Vieles, vergalten aber nichts.

Übersetzt von Jürgen Regel.

Dieses ist der ausführlichste Bericht über die Varusschlacht.


1 Anscheinend unterscheidet Cassius Dio  hier nicht zwischen Kelten- und Germanenland.

2 Uaros Kyintilios

3 Armenios , der Armenische, vermutlich weil seine Augen die blaue Farbe eines armenischen Edelsteins hatten, siehe Abschnitt über Irmenseul.