Die Schlachten bei Arbalo, Teutoburgiensis Saltus, Campus Idistaviso und der Hildesheimer Silberfund

Cassius Dio:  LV 1 über den Feldzug des Drusus im Jahre 9 v. Chr. und dessen Tod

[grc] Ταῦτα μὲν ἐπί τε τοῦ Ἰούλλου Ἀντωνίου καὶ ἐπὶ Φαβίου Μαξίμου ὑπάτων ἐγένετο, τῷ δὲ ἐχομένῳ ἔτει ὁ Δροῦσος μετὰ Τίτου Κρισπίνου ὑπάτευσε, καὶ αὐτῷ σημεῖα οὐκ ἀγαθὰ συνηνέχθη· πολλὰ μὲν γὰρ καὶ ἄλλα καὶ χειμῶνι καὶ κεραυνοῖς, πολλοὶ δὲ καὶ ναοὶ ἐφθάρησαν, ὥστε καὶ τὸν τοῦ Διὸς τοῦ Καπιτωλίου τῶν τε συννάων αὐτοῦ κακωθῆναι. οὐ μέντοι καὶ ἐφρόντισέ τι αὐτῶν, ἀλλ´ ἔς τε τὴν τῶν Χάττων ἐσέβαλε καὶ προῆλθε μέχρι τῆς Σουηβίας, τήν τε ἐν ποσὶν οὐκ ἀταλαιπώρως χειρούμενος καὶ τοὺς προσμιγνύντας οἱ οὐκ ἀναιμωτὶ κρατῶν. κἀντεῦθεν πρός τε τὴν Χερουσκίδα μετέστη, καὶ τὸν Οὐίσουργον διαβὰς ἤλασε μέχρι τοῦ Ἀλβίου, πάντα πορθῶν. ἐκεῖνον γάρ (ῥεῖ δὲ ἐκ τῶν Οὐανδαλικῶν ὀρῶν, καὶ ἐς τὸν ὠκεανὸν τὸν προσάρκτιον πολλῷ μεγέθει ἐκδίδωσιν) ἐπεχείρησε μὲν περαιωθῆναι, οὐκ ἠδυνήθη δέ, ἀλλὰ τρόπαια στήσας ἀνεχώρησε· γυνὴ γάρ τις μείζων ἢ κατὰ ἀνθρώπου φύσιν ἀπαντήσασα αὐτῷ ἔφη "ποῖ δῆτα ἐπείγῃ, Δροῦσε ἀκόρεστε; οὐ πάντα σοι ταῦτα ἰδεῖν πέπρωται. ἀλλ´ ἄπιθι· καὶ γάρ σοι καὶ τῶν ἔργων καὶ τοῦ βίου τελευτὴ ἤδη πάρεστι." θαυμαστὸν μὲν οὖν τό τινα φωνὴν παρὰ τοῦ δαιμονίου τοιαύτην τῳ γενέσθαι, οὐ μέντοι καὶ ἀπιστεῖν ἔχω· παραχρῆμα γὰρ ἀπέβη, σπουδῇ τε ὑποστρέψαντος αὐτοῦ καὶ ἐν τῇ ὁδῷ νόσῳ τινί, πρὶν ἐπὶ τὸν Ῥῆνον ἐλθεῖν, τελευτήσαντος. καί μοι τεκμηριοῖ τὸ λεχθὲν ὅτι καὶ λύκοι περὶ τὸ στρατόπεδον ὑπὸ τὸν θάνατον αὐτοῦ περινοστοῦντες ὠρύοντο, καὶ νεανίσκοι δύο διὰ μέσου τοῦ ταφρεύματος διιππεύοντες ὤφθησαν , θρῆνός τέ τις γυναικεῖος ἠκούσθη, καὶ ἀστέρων διαδρομαὶ ἐγένοντο. Das alles ereignete sich während des Konsulats des Jullus Aslideius und des Fabius Maximus. Im folgenden Jahre wurde Drusus zusammen mit Titus Crispinus Konsul, und es gab für ihn keineswegs günstige Vorzeichen: Viele Gebäude wurden durch Sturm oder Blitzschlag zerstört, darunter viele Tempel, sogar der des capitolinischen Jupiters und der mit ihm verehrten Götter wurde beschädigt. Drusus jedoch drang dessen ungeachtet in das Land der Hessen (Chatti) ein und rückte weiter vor bis in das der Schwaben (Suebi); er eroberte das durchquerte Gebiet unter Schwierigkeiten und besiegte die Truppen, die ihn angriffen, erst nach beträchtlichem Blutzoll. Von dort zog er weiter in das Land der Cherusker, überquerte die Weser und gelangte bis zur Elbe, wobei er alles am Wege verheerte. Die Elbe entspringt im vandalischen Gebirge und mündet als gewaltiger Strom in die Nordsee. Drusus scheiterte bei seinem Versuch, diesen Fluss zu überqueren, errichtete Siegesdenkmäler 1 und brach den Feldzug ab. Denn eine Frau übernatürlicher Größe begegnete ihm und sprach: „Lass ab, bitte, warum hastest du so, unersättlicher Drusus? Dir ist es nicht bestimmt all diese Lande zu schauen. Stattdessen ziehe ab! Denn das Ende deiner Mühen und deines Lebens ist nah.“ Wahrlich ist es wunderbar, dass die Stimme einer Gottheit sich an einen Mann wendet, aber ich vermag an der Erzählung nicht zu zweifeln; denn Drusus zog sofort ab, und während er in Eile zurückkehrte, starb er unterwegs an einer Krankheit, bevor er den Rhein erreichte. Und mir wird die Geschichte durch folgende Vorkommnisse bestätigt: Wölfe schlichen über das Lager und heulten kurz vor seinem Tode, man sah zwei Jünglinge 2 mitten durch das Lager reiten   und hörte ein Geräusch wie das Klagen eines Weibes, und am Himmel erschienen Sternschnuppen.

Übersetzt von Jürgen Regel.


1 Diese Topaea an der Elbe sind nicht mit denen zu verwechseln, die er zwei Jahre zuvor errichtet hatte ( Florus: Tropaeum )

2 Die zwei Jünglinge  spielen auf die Dioskuren Castor und Pollux an, die Valerius Maximus in seinem Bericht über Drusus Tod  namentlich nennt.