Vergilius: Ecloge IV
[la]Carmen de bello Saxonico
[de]Lied vom Sachsenkriege
[la]Catullus: Carmen IV
[de]Catull: Lied IV
[la]Celtis: Ad Apollinem repertorem poetices, ut ab Italis ad Germanos veniat
[de]Celtis: An Apoll, den Erfinder der Dichtkunst, auf dass er von den Italienern zu den Deutschen komme
[la]Celtis: De puella Romae reperta
[de]Celtis: De puella Romae reperta
[la]Horatius Flaccus: Epode XVI
[de]Horatius Flaccus: Epode XVI
[la]Horatius Liber carminorum I, 37 Cleopatra
[de]Horaz, Buch der Lieder, 37 Kleopatra
[la]Horatius Liber carminorum II, tertium
[de]Horaz, Buch der Lieder II, das dritte
[la]Horatius Flaccus: Liber I Sermo 1 (Satire 1)
[de]Horatius Flaccus: Liber I Sermo 1 (Satire 1)
[la]Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. - 17 n. Chr.): Phaeton (Metamorphoses II 19…)
[la]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 146 ff, Latein
[de]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 146 ff, Deutsch
[la]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Latein
[de]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Deutsch
[de]Ovidius: Metamorphoses II 19 ff (Phaethon)
[la]Ovidius: Ars Amatoria (in circo), Latein
[de]Ovidius: Ars Amatoria (in circo), Deutsch
Vergilius: Ecloge IV
[la]Vergil: Heldenschau
[de]Vergil: Heldenschau
[de]Vergil: Aeneis, Laokoons Ende, I 2,199 - 205
[la]Petronius Arbiter: O litus
[de]Petronius Arbiter: O Gestade
Publius Marcus Vergil
15.l0.70 - 21.09.19 v.Chr.
Musen des Theokrit, wir wolln etwas Höh'res besingen!
Nicht jeder mag Gebüsch und die niedrigen Tamarisken,
wenn wir singen vom Wald, so entsprach es der Würde des
Konsuls.
Schon hat die letzte Epoche des Epos von Cumae begonnen:
Groß vom Ursprung entsteht der Jahrhunderte ewige Folge,
schon kommt Dike zurück und die alten Saturnischen Reiche,
schon wird ein neues Geschlecht vom Himmel zur Erde
gelassen.
Zeig dich, du heilige Mutter, nur hilfreich dem kommenden
Kinde
mit dem die eiserne Zeit durch die goldene Ablösung findet,
in aller Welt regieret bereits dein Bruder Apollo.
Und gerade dein Konsulat ist Anfang von glänzenden Zeiten,
unter dir, Pollio, beginnen geschichtliche große Epochen;
gibt es noch Spuren von unserem Krieg, so sind sie getilget,
lösen nach deinem Geheiß die Erde von ewigem Schrecken.
Göttliches Leben empfängt dein Sohn, wird Götter und Helden
innig vereint erblicken und selbst sich inmitten von ihnen,
friedlich regiert er die Welt mit vom Vater ererbten
Talenten.
1.
Schon als Knabe schenkt dir die Erde aus eigenem Antrieb
rankendes Efeugestrüpp durchsetzt mit baccarischen Rosen,
knorriges Wurzelgeflecht vermischt mit dem heitren Akanthus.
Freiwillig tragen zum Stall die Ziegen die strotzenden Euter
und keine Haustiere fürchten sich länger vor riesigen Löwen.
Freiwillig spendet die heimische Wiege dir liebliche Blumen.
Hinscheiden wird die Schlange und eingehen giftige Gräser;
morgenländische Kräuter solln allenthalben ersprießen.
2.
Und sobald du beginnst, die Heldenlieder und Werke
deines Vaters zu mustern und deren Verdienst zu erkennen,
färbt sich allmählich gelb das Feld mit wogenden Ähren,
werden wuchernde Dornbüsche voll von rötlichen Trauben
und vertrocknete Eichen triefen von tauigem Honig.
Wenige Spuren verbleiben von einstigen sündigen Zwängen,
Meere per Schiff zu befahren, mit Mauern die Stadt zu
umstellen
und in die Erde die Furchen des Pfluges graben zu müssen.
Dann wird ein anderer Tiphys und andere Argonauten
ausgewählte Helden in andere Kriege führen,
und wiederum nach Troja gesandt ein großer Achilles.
3.
Wenn schon das reifere Alter dich werden ließ zum Manne,
wird auch der Seefahrer weichen, kein Schiff mehr Waren
verbringen:
Dann überall wird die Erde die nötigen Dinge erzeugen.
Nicht mehr duldet der Boden die Hacke, der Weinstock die
Schere;
kräftige Pflüger sogar erlösen die Stiere vom Joche;
nicht mehr verschiedene Farben zu täuschen braucht mehr die
Wolle,
sondern von selbst auf der Weide das Schaf sein Fell wird
verwandeln
mal in weichrotes Purpur, mal in safranig Gelb;
freiwillig kleidet die Scharlachstaude die weidenden Lämmer.
"Solche Epochen durchlauft!" den Spindeln befahlen die
Parzen
einig durch göttlichen Wink des sicheren Blicks in die
Zukunft.
Nimm nun die großen Ehrungen an (die Zeit ist gekommen),
lieblicher Göttersohn und Jupiters großer Vollstrecker!
Übersetzung ©
Dr. Christoph Ottow, Kalenberger Graben 3, 31134 Hildesheim
,2001