Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Deutsch
[la]Carmen de bello Saxonico
[de]Lied vom Sachsenkriege
[la]Catullus: Carmen IV
[de]Catull: Lied IV
[la]Celtis: Ad Apollinem repertorem poetices, ut ab Italis ad Germanos veniat
[de]Celtis: An Apoll, den Erfinder der Dichtkunst, auf dass er von den Italienern zu den Deutschen komme
[la]Celtis: De puella Romae reperta
[de]Celtis: De puella Romae reperta
[la]Horatius Flaccus: Epode XVI
[de]Horatius Flaccus: Epode XVI
[la]Horatius Liber carminorum I, 37 Cleopatra
[de]Horaz, Buch der Lieder, 37 Kleopatra
[la]Horatius Liber carminorum II, tertium
[de]Horaz, Buch der Lieder II, das dritte
[la]Horatius Flaccus: Liber I Sermo 1 (Satire 1)
[de]Horatius Flaccus: Liber I Sermo 1 (Satire 1)
[la]Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. - 17 n. Chr.): Phaeton (Metamorphoses II 19…)
[la]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 146 ff, Latein
[de]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 146 ff, Deutsch
[la]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Latein
[de]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Deutsch
[de]Ovidius: Metamorphoses II 19 ff (Phaethon)
[la]Ovidius: Ars Amatoria (in circo), Latein
[de]Ovidius: Ars Amatoria (in circo), Deutsch
Vergilius: Ecloge IV
[la]Vergil: Heldenschau
[de]Vergil: Heldenschau
[de]Vergil: Aeneis, Laokoons Ende, I 2,199 - 205
[la]Petronius Arbiter: O litus
[de]Petronius Arbiter: O Gestade
[la]Zum lateinischen Text
- A11es müsste bereits, vergänglich wie es nun wäre,
- in unendlicher Zeit und vergangenen Tagen verbraucht sein.
- Wären die Stoffe jedoch in Raum und Zeiten vorhanden,
- aus denen alles besteht und später sich wieder aufbaut
- nun dann sind sie gewiss von unvergänglichem Wesen.
- Und sie könnten danach zu Nichts nicht wieder zerfallen.
- Schließlich würd' jegliches Ding durch ein und dieselbige Grundkraft
- gänzlich kassiert, falls nicht existiert der ewige Grundstoff,
- der durch den Kontakt das mehr oder minder verhindert:
- Schon die Berührung wäre genug als Begründung des Todes.
- Wenn daher nichts erhalten bliebe vom ewigen Grundstoff,
- müsste sich ihre Verbindung durch jegliche Einwirkung lösen.
- Jetzt aber da bestehn für alle die Elemente
- differenzierter Kontakt sowie ein ewiger Grundstoff,
- bleiben die Dinge, solange im eigenen Wesen gesichert,
- bis eine Kraft mit Stärke es schafft, dem Gewebe gewachsen.
- Niemals daher rinnt irgend dahin zu Nichts eine Sache,
- alle dagegen durch Trennung zerfalln in die Teile des Urstoffs.
- Schließlich verrinnen die Regenfälle, wo sie Vater Äther
- in Mutter Erdes fruchtbaren Schoss hat stürzen lassen:
- Aber funkelnde Früchte entstehn, die Bäume ergrünen,
- wachsen nun selber heran und sind mit Erträgen beladen;
- davon ernährt sich fortan das Geschlecht der Menschen und Tiere;
- davon sehen wir fröhliche Städte mit Jugend florieren,
- Laubwälder widerhalln überall vom Gesang junger Vögel;
- hier legt ermüdetes Vieh gesättigt von reichlichem Futter
- sich zur Ruhe und Milch entfließt den strotzenden Eutern;
- hier spielt das Kalb auf wackligem Bein belebt von den Gräsern
- einen Säufer von Milch, der die jungen Sinne verloren.
- Nichts demnach in Gänze vergeht, was immer wir sehen,
- weil die Natur stets wiederbelebt das eine von anderen
- und keine Sache entstehen lässt ohne Tod einer andern.
- Auf denn! Nachdem ich gelehrt, dass nichts aus nichts kann entstehen
- und wiederum das Geschaffene nicht zu nichts kann verschwinden,
- dass du jedoch nicht zu zweifeln beginnst an diesem Gesagten,
- weil die Augen nicht sehen können den Ursprung der Dinge
- Nimm daher ferner an, dass nötig gewiss Elemente
- Dingen du zuordnen musst, die nicht können gesehen werden.
- Erstens: die Wucht des Windes zerwühlt die bewegten Wasser,
- mächtige Schiffe versenkt er und wälzt die Wolken;
- zwischendurch mit wechselndem Wirbel durchpflügt er die Felder,
- deckt sie mit riesigen Bäumen zu und die höchsten Gebirge
- schleift er mit wirbelndem Windbruch; und also wütet der Wind
- wütet und tobt mit verletzendem Lärm und drohendem Donner.
- Zweifelsfrei sind also Winde, dem Auge entrückt, Elemente,
- welche das Meer, das Land und schließlich die Wolken bewegen
- und mit plötzlichem Wirbel das Aufgewühlte zerreißen.
- Nicht auf andere Art durchfluten sie Unheil verkündend
- wie wenn beschaulicher Bach zum reißenden Strome sich wandelt,
- der durch Regen vermehrt aus hohen Bergen herabstürzt,
- Brüche von Forsten treibend und ganze Waldungen auch;
- starke Brücken ertragen nicht die Gewalt des Wassers;
- so von Hagel getrübt stürmt mächtig er gegen die Dämme,
- stürzt sie mit Lärm hinab und wälzt unter seinen Gewässern
- große Steine dahin und das was den Fluten im Wege.
Übersetzung ©
Dr. Christoph Ottow, Kalenberger Graben 3, 31134 Hildesheim
, 2016-06-05