Horatius Ep. XVI.
[la]Carmen de bello Saxonico
[de]Lied vom Sachsenkriege
[la]Catullus: Carmen IV
[de]Catull: Lied IV
[la]Celtis: Ad Apollinem repertorem poetices, ut ab Italis ad Germanos veniat
[de]Celtis: An Apoll, den Erfinder der Dichtkunst, auf dass er von den Italienern zu den Deutschen komme
[la]Celtis: De puella Romae reperta
[de]Celtis: De puella Romae reperta
[la]Horatius Flaccus: Epode XVI
[de]Horatius Flaccus: Epode XVI
[la]Horatius Liber carminorum I, 37 Cleopatra
[de]Horaz, Buch der Lieder, 37 Kleopatra
[la]Horatius Liber carminorum II, tertium
[de]Horaz, Buch der Lieder II, das dritte
[la]Horatius Flaccus: Liber I Sermo 1 (Satire 1)
[de]Horatius Flaccus: Liber I Sermo 1 (Satire 1)
[la]Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. - 17 n. Chr.): Phaeton (Metamorphoses II 19…)
[la]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 146 ff, Latein
[de]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 146 ff, Deutsch
[la]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Latein
[de]Titius Lucretius Caro: De rerum natura, I 233 ff, Deutsch
[de]Ovidius: Metamorphoses II 19 ff (Phaethon)
[la]Ovidius: Ars Amatoria (in circo), Latein
[de]Ovidius: Ars Amatoria (in circo), Deutsch
Vergilius: Ecloge IV
[la]Vergil: Heldenschau
[de]Vergil: Heldenschau
[de]Vergil: Aeneis, Laokoons Ende, I 2,199 - 205
[la]Petronius Arbiter: O litus
[de]Petronius Arbiter: O Gestade
[la]
Zum lateinischen Text
- Schon die zweite Generation bekiegt sich zu Hause
- und mit eigener Hand Rom stößt zu Tode sich.
-
Was die benachbarten Marser vermochten nicht zu
zermalmen
- und Porsennas Fanal tuskischer Scharen nicht,
-
nicht der Rivalin Capuas Kraft, nicht Spartakus‘ Wüten
-
noch der — vom Umsturz beseelt — treulose Gallier,
-
nicht dominierte der stahlblaue Blick germanischer
Jugend,
- noch der für jeden Ahn teuflische Hannibal:
-
Das vergeudet ein gottlos Geschlecht geschändeten
Blutes,
-
und von wildem Getier wieder besetzt wird das Land.
-
Weh! Die Barbaren siegreichen Fußes betreten die
Trümmer,
- von ihrer Pferde Huf bebend erhallt die Stadt
-
und das vor Sonne und Wind verwahrte Gebein des Quirinus
-
— schändlich ist es zu seh'n! — streuen sie achtlos
umher.
-
Allgemein fragt Ihr vielleicht oder die mit dem bessren
Gewissen
- was uns befreien kann aus diesem Bürgerkrieg?
-
Da gäb es keinen patenteren Rat als den der Phokaier,
- deren unselig Volk auf und davon sich gemacht,
-
Felder und Vaterhaus hinter sich ließ und die
Heiligtümer
-
Schwarzwild und reißendem Wolf als deren Heimstatt
zurück,
-
um zu ziehen, wohin über Land und wohin durch die Wogen
-
trieb sie der südliche Wind ostwärts und westwärts
davon.
-
Stimmt Ihr dafür? Oder hat jemand etwas Bessres zu
raten?
-
Günstiger Vogelflug! Was hält vom Boot uns zurück?
-
Lasst uns zuvor noch schwören: „Verflucht, wer zurück
will kehren,
- ehe die Steine vom Grund wieder emporgeschwemmt.
-
Nicht zurück nach Haus soll erlaubt sein zu setzen die
Segel,
- ehe der Po umspült Felsen des Matinus
- oder ins Meer gestürzt die appeninischen Gipfel;
- seltsame Liebesglut Pärchen zusammenführt
-
dergestalt, dass sich die Tigrin lässt begatten vom
Hirschen
- und die Taube vermählt sich mit dem Taubenfalk,
-
argloses Weidetier nicht fürchtet die listigen Löwen
- und der haarlose Bock badet in salziger Flut.“
-
Dem und allem was könnte die lockende Heimkehr
verhindern
-
gilt der unselige Schwur, dann sind wir
abmarschbereit
-
mit dem gesamten Volk oder dem, der sich hebt aus der
Masse;
-
Weichling und Pessimist drück in die Betten sich!
-
Ihr, die ihr Männer seid, entsaget dem weibischen Weinen
-
und lasst segelnd zurück tuskischen Meeresstrand!
-
Uns noch immer verbleibt der alles umfassende Ozean:
- Auf zu glücklicher Au, Inseln der Seligkeit!
-
Wo noch jährliche Ernte verheißen die fruchtbaren Felder
- und ein wuchernder Wein ständig in Blüte steht,
- sprießt und sprosst der immergrüne Zweig der Oliven
- und am eigenen Stamm farbige Feige prangt,
- Honigfluten verströmen die Höhlen der Ilex-Eichen
-
und aus hohem Gebirg plätschert ein hurtiger Quell.
-
Dorthin kommen von selbst zum täglichen Melken die
Ziegen
-
und ihr williger Tross schleppt seine Euter herbei,
-
nicht mit Hungergebrumm kreist abends der Bär ums
Gehege,
- nicht vom Boden empor räkeln die Schlangen sich.
-
Vieles noch werden wir glücklich bewundern, zum Beispiel
dass niemals
- südlicher Regenwind rast über die Felder dahin
-
oder die saftige Saat verdorrt auf den schmachtenden
Schollen,
-
beides hält immer im Lot göttlicher Himmmelsfürst
-
Keine Seuchen befallen das Vieh und keinerlei
Hundssterns
- sengende Sonnenglut dörrt seine Herde aus.
- Hierher gelangte nie ein argonautischer Schiffer
-
und kein kolchisches Weib setzte dorthin den Fuß;
-
Hierher verirrten sich nicht die Spitzen phönizischer
Segel
-
und allen Mühen zum Trotz nicht des Odysseus Crew.
-
Juppiter hielt das Gestade zurück einem hehren
Geschlechte,
-
als er die goldene Zeit einst verhüllte mit Erz —
-
Erz, das in Folge Jahrhunderte stahlte, zu Eisen
geronnen,
- dem zu entkommen ich nur Edelmännern verheiß.
Übersetzung ©
Dr. Christoph Ottow, Kalenberger Graben 3, 31134 Hildesheim
, 2009