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Tropaea Drusi (Τρόπαια Δρούσου)
Tropaea Drusi bei Historikern unserer Zeit
Mögliches Lager an der Saalemündung
Tulisurgium ist bei Ptolemaios ein Nachbarort der in dieser Abhandlung beschriebenen Orte und für deren Lokalisation wichtig.
Tulisurgium / Τουλισούργιον ist einer der Nachbarorte von Tropaea Drusi / Τρόπαια Δρούσου und hat folgende Ferromeridian-Koordinaten:
| Deutscher Name | Lateinischer Name | Griechischer Name | Länge | Breite |
|---|---|---|---|---|
| Siegesdenkmal des Drusus | Tropaea Drusi | Τρόπαια Δρούσου | 33°45' | 52°45' |
| Tulisurgium | Τουλισούργιον | 32°40' | 53°20' | |
| Weser | Visurgis | ου ισούργιον (Acc.) | ||
Auf der Karte des liegt er nahe am Teutoburgiensis Saltus .
Der zweite Teil des Namens wird von vielen Autoren für eine Verschreibung von burgion = Burg gehalten, da …surgion bei Ortsnamen sonst nicht vorkommt und die Buchstaben Beta und Sigma ähnlich sind. Auch die ähnliche Schreibung der Weser mag dazu beigetragen haben (siehe dritte Zeile der Tabelle).
Diese Autorengruppe lokalisiert Tulisurgium bei Braunschweig und Tropaea Drusi bei Halberstadt.
Mehrere Autoren ( 1617, ) 2 halten Tulisurgium für eine Verschreibung von Teutoburgium . Mit Tuli beginnt auch in der Name des nördlicheren Tulifurdum 3 , was zur Verwechselung beigetragen haben mag. Die Namen erscheinen noch ähnlicher, wenn man sie in griechischen Kleinbuchstaben schreibt:
| Τουλισούργιον |
| Τευτοβούργιον |
Die bei nebeneinander an der Weser liegenden Orte wären dann ein und derselbe.
Wenn von Recht hat, kann Teutoburgiensis Saltus schon auf Grund der Lelgemann'schen Lokalisation nicht bei Kalkriese gelegen haben.
Auch bei liegt Tulisurgium an der Weser 4 . Kalkriese liegt 50 km westlich, der Thüster Berg nur 10 km östlich der Weser. 5 Meine Gleichsetzung von Teutoburg und Thüster Berg würde dadurch gestützt; mehr dazu in einem späteren Kapitel ( Teutoburgiensis Saltus ).
Falls die Gleichsetzung von Tulisurgium = Teutoburgium falsch ist, lässt sich Tulisurgium vielleicht bei Schulenburg lokalisieren
Die relative Lage der Örtlichkeiten ist gut mit unserer Theorie verträglich. Die Weser bei Ortelius ist bei uns durch die Aller/Leine, 6 den nächst-östlichen Fluss in Süd-Nord-Richtung, ersetzt. Wie dürfte sich der bei Ptolemaios und Ortelius eingetragene Ort Tulisurgium transformiert haben? Wenn der Ortname der zweiten, hochdeutschen Lautverschiebung unterlegen war, wäre das anlautende T zu Z geworden (wie englisch to deutsch zu , englisch toll deutsch Zoll . ). Nicht zuletzt, weil sein Name dem der Weser ähnelt (siehe Tabelle oben), wurde der Ort an der Weser lokalisiert.
Zu erwarten ist deshalb, dass sich der Name in etwa zu heutigem *Zülleburg entwickelt habe. 7 Auf der modernen Karte liegt dort – allerdings nicht so weit nördlich – Schulenburg . Der Übergang von S zu SCH ist ebenfalls zu erwarten (englisch swing deutsch schwingen , deutsch Schwein hervorgegangen aus Sau + in ). Zum Beweis reicht das nicht; dazu müsste man ältere Formen des Namens Schulenburg kennen. Die Namensähnlichkeit ist auch nur sehr schwach, so dass ich diese Deutung verwerfe.
lokalisiert Tulisurgium nach umfangreichen Berechnungen bei Sarstedt, einer kleinen Stadt unweit der Mündung der Innerste in die Leine, etwa 11 km nördlich von Hildesheim, siehe obige Karte:
8 . Wie die Kartenanwendungen zeigen, liegt die Stelle noch etwas nördlicher bei Sarstedt.
Das Bestimmungswort Tuli hält er für verwandt mit Tülle, von althochdeutsch sûr und übersetzt es mit Graben, übereinstimmend mit dem Grimmschen Wörterbuch, Artikel Tülle 9
Er übersetzt Tulisurgium mit Salzgraben. Ich nehme wie vermutlich auch er eine Verwandtschaft mit sauer, mhd. ahd. sûr an, das nach Grimm10 ursprünglich verdorben durch Gährung, faulig bedeutete. Tulisurgium hieße dann Faulgraben, es entspräche dem Bruchgraben, dem Namen der kanalisierten Ilse, der bei Sarstedt in die Innerste mündet. Auch im Ortsnamen Sarstedt steckt sûr.
Der Bruchgraben ist die kanalisierte Ilse, siehe das Kapitel Elison .
1 Seite 30
2 Seite 67
3 Verden an der Aller? Der dazwischen liegende Ort Ascalingium wäre dann vielleicht Häuslingen an der Aller. Tuli / Τουλι könnte mit Zoll (englisch toll ) identisch sein, im Sinne von Mautstelle. Dieses Wort ist früh aus dem Griechischen über das Lateinische ins Germanische eingedrungen. Tulifurdum hieße dann Zollfurt . Griechisch τελώνιον = Zollhaus kommt von τέλος = Ziel, Zweck, Steuer. Falls tuli eine Verschreibung von teuto wäre, könnte Tulifurdum = Teutfurt = Detfurth, Dietfurt, Ditfurt entsprechen. Detfurth (= Salzdetfurth) bei Hildesheim hieß einst Thietforde: [de]Detfurth, Geschichte.
4Deren Verlauf ist freilich nur durch ihre Quelle und Mündung gegeben.
5 Seite 48
6
An der Einmündung in die Aller führt die Leine etwas mehr Wasser als die Aller, ist hier also hydrografisch der Hauptfluss.
[de]Aller, Geografie
7
(Bensheim) schrieb dazu in einer E-Mail an den Verfasser:
Tulisurgion wäre hochdeutsch "Züllesorg", wenn sich der Name hätte ungestört entwickeln können. Man kann aber eine Entwicklung nicht voraussagen. Der Ort liegt aber wohl im niederdeutschen Sprachbereich und müsste daher sein T- behalten haben.
8 : Die Ortskoordinaten des Klaudios Ptolemaios für Germanien; Dortmund; 2013-12-12; unveröffentlicht, brieflich; Seite 9
9 :DWB = Deutsches Wörterbuch; 16 Bde. in 32 Teilbänden; Leipzig 1854-1961; Quellenverzeichnis Leipzig 1971; Eintrag Tülle. http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GT14446#XGT14446 Tole = Abzugsgraben.
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