Drusus ließ, wie man weiß, am Zusammenfluß von Lupias und Elison ein befestigtes Lager errichten. Als
Lupias
kommt nur die
Lippe
in Frage. Nach dem
Elison
aber hat man bislang vergebens gefahndet. Die Alme bei Paderborn, die Ahse bei Hamm, die Seseke bei Lünen, die Glenne bei Lippstadt und die Stever bei Haltern, sie alle sind als elisonverdächtig in die Diskussion gezogen - ohne daß bis heute eine Entscheidung gefallen wäre. Der Name des Drususlagers ist nicht bekannt. Die Lagebezeichnung am
Elison
legt jedoch die Vermutung nahe, daß es mit jenem
Aliso
identisch ist, das in den späteren Feldzügen eine so große Rolle spielte: zum ersten Mal nach der Schlacht im Teutoburger Walde, da es, nach Vellejus, als einziges Kastell im Lippegebiet Widerstand leistete, nachdem es zahlreiche Versprengte aus der Schlacht aufgenommen hatte, darunter Frauen und Kinder. Von starken germanischen Kräften belagert, hielt es damals unter Führung des Caedicius so lange stand, bis sich Gelegenheit bot, in Richtung Vetera durchzubrechen. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit
spricht dafür, daß man es auch bei dem Kastell, das sieben Jahre später von Germanicus entsetzt wurde, wiederum mit
Aliso
zu tun hat, denn der Bericht des Tacitus erwähnt, daß daraufhin die ganze Strecke zwischen
Aliso
und dem Rhein mit Wegen und Dämmen versehen wurde.